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Bellwright: Mein Gamescom Highlight 2023 - Medieval Dynasty trifft auf Banished

Verfasst: 11. Sep. 2023
Aktualisiert: 22. Mrz. 2024

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Auf der Gamescom lassen sich immer wieder Highlights finden, die man zuvor nicht auf dem Schirm hatte. Auch in diesem Jahr haben wir auf der Gamescom einige Spiele getestet und mit den Entwicklern gesprochen. Das Highlight unseres Chefs Sascha Asendorf ist das Coop-Survival-RPG Bellwright des polnischen Entwicklers Donkey Crew.

Darum geht’s: Die Gamescom 2023 ist vorbei und wir von Guided.news konnten uns einige der dort ausgestellten Spiele ansehen oder selbst testen. Dabei gibt es in jedem Jahr Flops und Überraschungs-Hits. Bei einem dieser Überraschungs-Hits war unser Chef Sascha Asendorf zu Gast und konnte mit dem Donkey Crew CEO Florian Hofreither über ihr neues Spiel Bellwright ausgiebig sprechen. Worum es geht, erfährst du jetzt!

Sascha 2023Wer spricht hier? Seit bald 10 Jahren betreibe ich verschiedene Seiten im Gaming-Bereich und habe mit unserer vorherigen Seite Survivethis.news einen starken Fokus auf Survival-Games gesetzt. Gemeinsam im Team haben wir so gut wie alle Survival-Spiele der letzten 10 Jahre ausgiebig getestet und zusammen Tausende Stunden in diesem Genre verbracht. Dass mich ein Survival-Game noch mal so hyped, hätte ich nicht erwartet – aber Bellwright hat es geschafft.

Das ist das Survival-RPG Bellwright

Die Story von Bellwright beginnt laut offizieller Steamseite wie folgt:

"Du wurdest des Mordes am Prinzen beschuldigt, von der Krone zum Tode verurteilt und lebst seither im Schatten. Nachdem du nur knapp einem Attentat entkommen bist, findest du den Auftrag des Attentäters, der viele Fragen aufwirft - war es nur Pech, dass du reingelegt wurdest? Oder steckt da mehr dahinter? Entschlossen, die Antworten zu finden, reist du zurück an den Ort, von dem du geflohen bist."

Der Start von Bellwright hat dann viele Ähnlichkeiten zu Medieval Dynasty. Du fängst gewissermaßen als Bauer an, der damit startet, anderen zu helfen. Sammle Holz, Steine und andere Ressourcen, schließe Quest der Dorfbewohner ab und erhöhe deinen Ruf.

Im Laufe des Spiels baust du dann dein eigenes Dorf auf und kannst andere NPCs als Bewohner zu dir holen. Dabei soll es keine künstlichen Grenzen geben, dazu aber später mehr. Wenn du später das Ansehen eines Lords besitzt, werden deine Aufträge anders als zum Start des Spiels. Jetzt sollst du andere Städte vor Banditen-Angriffen retten oder Handel im großen Stil betreiben.

Dein eigentliches Ziel ist es aber, den König zu stürzen und das Königreich zu übernehmen. Das sollst du in etwa 60-150 Spielstunden schaffen. Zwischen 60 und 150 Spielstunden ist natürlich eine große Diskrepanz, das erklärt Donkey Crew CEO Florian Hofreither aber folgendermaßen:

"Es wird Spieler geben, die das Spiel in 60 Stunden oder weniger durchrushen können. Normal wird es wohl etwa 100 Stunden in Anspruch nehmen und wer viel Zeit mit dem Städtebau und dem Micromanagement verbringt, wird wohl 150 Stunden benötigen. Oder mehr."

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Das sind die Kern-Features von Bellwright

  • Survival: Ressourcen sammeln, Jagen, Base-Building, Crafting.
  • Erobere und expandiere: Baue dein Dorf von einem kleinen Lager zu einer florierenden Stadt auf und werde der Anführer einer Rebellion gegen den König. Dabei gilt es, Beziehungen zu anderen Städten aufzubauen, deine Armee zu erweitern und Regionen von der Krone zu befreien.
  • Ressourcen- und Stadt-Management: Ähnlich wie in Siedler oder Banished musst du Micromanagement betreiben. Jeder deiner Dorfbewohner hat andere Bedürfnisse, die du erfüllen solltest und Fähigkeiten, die du nutzen kannst. Auch deine Ressourcen musst du wohlüberlegt managen, um deinen Wohlstand aufrechtzuerhalten und deinen Bewohnern genug Nahrung und Ausrüstung zu bieten.
  • Skill-Based Combat: Dir stehen verschiedene mittelalterliche Waffen und Rüstungen zur Verfügung, mit denen sich unterschiedlich kämpfen lässt.
  • Befehlige deine Armee: Im späteren Spielverlauf hast du auch Soldaten in deinem Camp, mit denen du umherziehen kannst. Du kannst ihnen Befehle erteilen und so größere Schlachten gewinnen.
  • Fortschritts-System: Jede Aktion im Spiel verbessert dein Wissen und das deiner Dorfbewohner. Setzt du deine Bewohner in bestimmten Aufgaben ein, werden sie darin immer besser. Das Gleiche gilt für dich.
  • Coop Gameplay: Du kannst Bellwright allein spielen oder mit anderen zusammen. Theoretisch lässt sich Bellwright mit bis zu 20 Personen spielen, Donkey Crew wird das aber wohl auf 4 Spieler limitieren und dann Community-Feedback abwarten. Mit erhöhter Spielerzahl wird sich auch die Anzahl der Gegner erhöhen, um es dir nicht zu einfach zu machen.

Bellwright village

Start als Early Access im Dezember 2023 geplant

Wie mir Florian verraten hat, ist es derzeit geplant, Bellwright im Early Access auf Steam zu veröffentlichen. Dabei soll die EA im Dezember 2023 beginnen und je nach Community-Feedback etwa ein Jahr andauern.

Über die Inhalte konnte ich ebenfalls ein wenig erfahren. So sollen Spieler zum Start der Early Access bereits Zugang zu etwa 100 Gebäuden haben, die du in deinem Dorf errichten kannst. Alle Kern-Features werden natürlich enthalten sein und die Map wird etwa 9 km² groß sein.

Der Preis der Early-Access-Version steht zwar bisher nicht fest, Florian geht aber von 25 bis 30 € aus.

Mein Bellwright Highlight: unbegrenzter Städtebau und Management

In Medieval Dynasty wollte ich schon immer ein schön großes Dorf errichten und mit Leben füllen. Das war aber nur begrenzt möglich, da es ein Limit an Gebäuden gibt. Bellwright möchte das anders angehen und setzt hier nicht auf eine künstliche Baugrenze, sondern auf natürliche Limits.

Bellwright settlement

So hat mir Florian etwa verraten, dass du beim Bauen zwar keine Grenzen hast, aber je größer dein Dorf wird, desto schwieriger wird es, es gut zu verteidigen. Wächst dein Dorf zu schnell, können dir auch Ressourcen ausgehen und deine Bewohner werden verhungern. So soll dein Dorf natürlich wachsen, je weiter du im Spiel voranschreitest.

Dabei wird es aber auch nicht langweilig, da es bereits zu Beginn der Early Access rund 100 Gebäude geben soll, die du errichten kannst. Dabei wird jedes Gebäude eine andere Rolle in deinem Dorf spielen. Während Wohnhäuser deinen Dorfbewohnern sichere Unterkünfte bieten, sorgen Wachtürme dafür, dass du vor bevorstehenden Angriffen gewarnt wirst. Gerade bei deinen Produktionsketten musst du auf eine sorgsame Planung achten; das Holzfäller-Gebäude sollte nicht zu weit vom Wald weg stehen und der Zimmerer möchte auch nicht weit vom Holzfäller arbeiten. Auch deine Lager sollten gut platziert sein, damit deine Bewohner möglichst kurze Laufwege haben und die Effektivität innerhalb deines Dorfes erhöht wird.

 

Und genau hier spielt das Mikromanagement eine große Rolle. Du kannst jedem Bewohner deines Dorfes eine bestimmte Rolle zuordnen, die er übernehmen soll; Holzfäller, Steinmetz, Wachposten, Koch, Jäger, Zimmerer, Lieferant, Bauarbeiter und vieles mehr. Dabei besitzen die Dorfbewohner ihre eigenen Statuswerte, die sie in bestimmten Aufgaben besser machen, als in anderen.

 

Ähnlich also wie in Siedler oder Banished kannst du nicht einfach blind los bauen und hoffen, dass alles gut läuft. Der Aufbau deines Dorfes will gut durchdacht sein, zumindest dann, wenn du möglichst effektiv sein möchtest. Dabei kann dein Dorf im späteren Spielverlauf völlig autonom funktionieren und du stellst lediglich die Baupläne für weitere Gebäude auf. Du hast aber zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, selbst im Dorf Hand anzulegen und deinen Bewohnern unter die Arme zu greifen.

So laufen die Kämpfe in Bellwright ab – Auch mit deiner Privatarmee

Wie es sich für ein Survival-RPG ziert, gibt es auch reichlich Kämpfe. Die kannst du entweder solo mit verschiedenen Waffen erledigen oder du heuerst deine eigene Privatarmee an. Kämpfst du allein, solltest du dich von größeren Gegnergruppen fernhalten und gegnerischen Angriffen ausweichen oder blockieren/parieren.

Interessant wird es erst, sobald du auf größere Gegnergruppen triffst. Das passiert beispielsweise, wenn Banditen deine Basis attackieren. Hast du Wachtürme aufgestellt, erhältst du früh genug die Meldung, dass ein Angriff bevorsteht. Dann kannst du Bewohner deiner Basis als Reserve-Soldaten auswählen und mit ihnen ein Squad bilden, der deinen Befehlen folgt.

Sterben deine Truppen, sind sie nicht ganz tot. Sie sind lediglich KO und stehen wieder auf. In den nächsten Ingame-Tagen müssen sie sich ausruhen und sind weniger effektiv in ihren Aufgaben. Sterben sie jedoch ein 2. Mal, sind sie verloren.

Von Quests und Beziehungen mit anderen Dörfern

Bellwright steckt voller Quests, die dir von NPCs und ganzen Dörfern in Auftrag gegeben werden. Diese reichen von einfachen Sammel- oder Kill-Aufgaben hin zu großangelegten Verteidigungen und Befreiungs-Aktionen.

Dabei steigt dein Ruf bei den einzelnen NPCs und Dörfern stetig an, sodass deine Aufgaben immer besser werden. Als späterer Lord erhältst du natürlich schwierigere Aufgaben, als noch zu Beginn des Spiels.

Bellwright quest

Hast du beispielsweise während einer Quest ein ganzes Dorf von Banditen befreit, sind sie dir dafür dankbar und du kannst die dortigen NPCs für dein Dorf rekrutieren. Dabei kann es immer wieder vorkommen, dass diese Dörfer um deine Hilfe bitten. Du hast die Option, diese Hilferufe zu ignorieren, wenn du bereits alles hast, was du von ihnen möchtest, aber auch das hat Auswirkungen.

Deine Dorfbewohner bleiben ihrem ursprünglichen Dorf, also ihrem Geburtsort, immer treu. Ignorierst du also die Hilferufe dieser Dörfer, verringert das die Moral deiner Bewohner und das sinkt die Produktivität deiner Basis.

Das solltest du wissen: Entwickler Donkey Crew hat keinen guten Ruf in der Community. Was ist passiert?

Ein Wermutstropfen für viele Survival-Fans dürfte der eigentliche Entwickler sein. Bellwright stammt vom polnischen Entwickler Donkey Crew, die zuvor Last Oasis entwickelt haben. Last Oasis ist ein Survival-Game aus dem Jahre 2020, das vorwiegend PVP-Fans ansprechen sollte. Jedoch wurde das Spiel von Anfang an aufgrund mieser Performance, Bugs und zu wenig Inhalten nicht gut von der Community angenommen und die Entwickler mussten sich mit Hass-Nachrichten und Morddrohungen auseinandersetzen.

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Nachdem auch etliche Patches nichts an der Situation rund um Last Oasis geändert haben, wurde die Entwicklung letztlich im Zuge der Early Access eingestellt. Aktuell befindet sich das Spiel bei einer zum Großteil negativen Bewertung von 30 %. Die Entwicklung wurde vorerst auf Eis gelegt, weil Florian seinen Entwicklern die Negativität aus der Community ersparen möchte und es zum aktuellen Zeitpunkt wenig Sinn ergibt, sich an der weiteren Entwicklung kaputtzumachen.

Bellwright selbst befindet sich seit über 2 Jahren in der aktiven Entwicklung, also schon bevor Last Oasis eingestellt wurde. Das mittlerweile kleinere Entwicklerteam hat aus den Fehlern von Last Oasis gelernt und das hat die Demo auf dem Steam Next Fest sowie unser Besuch auf der Gamescom gezeigt. Ob auch die Community Bellwright eine neutrale Chance geben wird, muss sich jedoch zeigen.

Donkey Crews Pläne für die Early Access und darüber hinaus

Die Early Access zu Bellwright soll im Dezember 2023 starten und der Preis wird bei etwa 25 bis 30 € liegen. Die Early Access soll 1 Jahr anhalten und alle geplanten Inhalte ins Spiel bringen. Je nach Community Feedback wird sich die Entwicklung, wie bei vielen anderen Early-Access-Titeln, aber wohl in die Länge ziehen.

Im Laufe der Early-Access sollen nicht nur weitere Gebäude ins Spiel kommen, die du in deiner Basis errichten kannst, sondern auch weitere Teile der Map. Zum Start wird diese etwa 3x3km groß sein und bis zum Release noch weiter anwachsen.

Bellwright map

Auch Mounts wie Pferde werden vermutlich im Laufe der EA ins Spiel hinzugefügt werden. Hier warte man aber das Feedback aus der Community ab. Florians Wunsch ist es, die Map außerdem in Richtung Meer zu erweitern, um auch Schiffsbau sowie Handelsrouten über den Meerweg zu ermöglichen.

Donkey Crews Pläne für die Zukunft – Last Oasis ist noch nicht tot

Der aktuelle Fokus von Donkey Crew liegt eindeutig darauf, Bellwright zu einem guten Survival-RPG zu entwickeln und eng mit der Community zusammenzuarbeiten, um nicht dieselben Fehler wie mit Last Oasis zu wiederholen.

Florian sagt aber auch, dass weiterhin der Wunsch besteht, Last Oasis zu dem Spiel zu machen, was die Entwickler immer geplant hatten. Sie sind es der Community schuldig, auch wenn diese sie mit Hass überschütten. So soll die Entwicklung an Last Oasis fortgeführt werden, sobald Bellwright fertig ist und dank des möglichen Erfolgs die finanziellen Mittel sichergestellt sind.

Wir werden Bellwright definitiv im Auge behalten und dich weiterhin über den Stand der Entwicklung am laufenden halten. Bist du Fan von Medieval Dynasty oder anderen Survival-RPGs, können wir dir Bellwright aber schon jetzt ans Herz legen. Wir sind gespannt, was Donkey Crew noch alles schafft.

Sascha Asendorf ist Mitgründer von Guided.news und betreibt seit 2013 Online-Magazine im Gaming-Bereich. Angefangen mit einem starken Fokus auf Survival-Games, beschäftigt sich Sascha mittlerweile viel mit Rollenspielen und ist Experte für Survival- und RPG-Titel wie Conan Exiles, Baldurs Gate 3 & Cyberpunk 2077.
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