Elden Ring: Was das Rollenspiel für Nicht-Souls-Fans leisten muss

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Der Release von Elden Ring steht endlich vor der Tür und der Hype um das neue Spiel der Dark-Souls-Macher befindet sich auf einem Höhepunkt. Der Erfolg von Dark Souls treibt diesen Hype – aber kann Elden Ring auch Spaß machen, wenn man mit den Souls-Spielen bisher nicht viel anfangen konnte? Das versucht unsere Autorin Sara Petzold zu beantworten.

Ich muss ein Geständnis loswerden: Ich bin bislang weder mit den Spielen von From Software noch mit Game of Thrones warm geworden. Beides hat mich kaltgelassen, obwohl ich eigentlich auf Fantasy-Settings stehe.

Deshalb riss mich auch die Ankündigung von Elden Ring erstmal nicht gerade vom Hocker. Die Typen, die Dark Souls gemacht haben, arbeiten zusammen mit George R. R. Martin an einem neuen Spiel? Pfff, wen interessiert’s?

Aber nach einer Weile, als immer mehr Informationen zu Elden Ring durchsickerten und From Software erste Bewegtbilder veröffentlichte, wurde ich hellhörig. Der Look des Spiels sprach mich an, dazu kam die offene Spielwelt. Und das Spielprinzip der Souls-Reihe hatte ich längst lieben gelernt – nur eben auf andere Weise, mit The Surge.

Ich bin also mittlerweile auf den Hypetrain aufgesprungen. Aber das, was ich bisher von Elden Ring gesehen habe, garantiert für mich noch nicht, dass ich das neue Machwerk von From Software auch als Nicht-Souls-Fan genießen werde. Deshalb habe ich mir die Frage gestellt: Was muss Elden Ring leisten, damit es Videospielfans jenseits der Souls-Nische erreichen kann?

Die offene Spielwelt von Elden Ring: Königsmacher oder Rohrkrepierer?

Offene Spielwelten sind ein zweischneidiges Schwert: Gut gemacht bieten sie eine ganze Menge Möglichkeiten, sich auszutoben, die Umgebung zu erkunden und Geheimnisse zu entdecken. Allerdings können sich leere und leblose Landschaften auch schnell öde anfühlen oder in zähen und unangenehmen Laufwegen gipfeln. Wenn eine Welt aber zu vollgestopft ist mit Aktivitäten, kann das auch nerven.

Die offene Spielwelt von Elden Ring ist ein Wagnis.

Die Entwickler bei From Software gehen also durchaus ein Wagnis ein, indem sie sich für eine Open World entschieden haben. Trotzdem ist genau das einer der Punkte, die mich als Nicht-Souls-Fan hinter dem Ofen hervorgelockt haben. Denn wenn die Macher von Elden Ring das richtige Maß treffen – wonach es nach aktuellem Stand ja durchaus aussieht -,  kann ich es kaum erwarten, die Geheimnisse des Zwischenlands zu erkunden.

Das Gameplay von Elden Ring: Zugänglichkeit ist Trumpf

Wie schwierig und wie zugänglich spielt sich Elden Ring? Obwohl die Souls-Spiele lange Zeit wegen ihres hohen Schwierigkeitsgrads als Nischentitel galten, könnte sich das mit Elden Ring ändern. Denn obwohl wir es in dem Rollenspiel wieder mit knackigen Kämpfen und erbarmungslosen Bossgegnern zu tun bekommen, deutet alles darauf hin, dass sich From Softwares neuester Streich nicht zu schade ist, mit Zugänglichkeit um eine neue Zielgruppe zu buhlen.

Nach allem, was ich bisher von Elden Ring gesehen habe, spielt sich der Titel stellenweise einfacher als die klassischen Souls-Spiele – wenn wir es denn wünschen. Elden Ring bietet uns nämlich ein umfangreiches Potpourri an Möglichkeiten, wie wir unsere Gegner bekämpfen können. Einige dieser Möglichkeiten fallen dabei mächtiger aus als andere und eignen sich deshalb auch für eher unerfahrene Einsteiger.

Die Kämpfe in Elden Ring bieten auch Neulingen viele Möglichkeiten.

Auch die Tatsache, dass die Entwickler den Fallschaden unseres Helden gegenüber den Souls-Spielen deutlich verringert haben, spielt Einsteigern in die Karten. Immerhin sterben wir dadurch voraussichtlich kaum noch ungewollte Falltode.

Stimmige Fantasy-Atmosphäre als Kirsche auf der Torte

Welche Rolle spielt die Atmosphäre? Ein Grund dafür, dass ich mit den Souls-Spielen bislang nicht richtig warm geworden bin, war der Look der Spiele. Die düstere, teils sogar abwechslungsarme Umgebung legte mir den Fokus zu sehr auf dunkle, erdige Farbtöne. Das ändert sich mit Elden Ring zumindest ein Stück weit.

Die Atmosphäre des Rollenspiels spiegelt zwar noch immer die Erbarmungslosigkeit der vom Krieg verheerten Welt des Zwischenlands wider, bietet aber auch ein paar Lichtblicke. From Software verwendet nämlich insgesamt eine etwas farbenfrohere Farbpalette als bei den Souls-Titeln. Trotzdem verwässern die Entwickler damit meiner Meinung nach nicht das dreckige Gefühl, für das die Souls-Reihe bekannt ist.

Die Atmosphäre von Elden Ring wirkt bisher sehr vielversprechend.

Wir haben bisher allerdings nur etwa ein Sechstel der offenen Spielwelt von Elden Ring gesehen. Ich erhoffe mir, dass die Entwickler in den anderen Gebieten nicht an Abwechslung sparen, damit ich mich nicht irgendwann an der durchaus schicken und unverbrauchten Optik des Zwischenlands satt sehe.

Elden Ring: Zelda trifft Dark Souls?

Wie muss sich Elden Ring für mich anfühlen? Wenn ich meine Erwartungen an From Softwares neues Rollenspiel mit einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ich wünsche mir ein Spiel, das sich anfühlt wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild gepaart mit dem Spielprinzip von Dark Souls.

Das soll heißen: Ich wünsche mir Wow-Momente, die mir den Mund offen stehen lassen. Ich möchte die Spielwelt bereisen, einfach durch die Landschaft reiten, einen entfernten Ort am Horizont sehen und mich fragen, was es dort wohl zu finden gibt. Ich wünsche mir knackige, aber befriedigende Kämpfe, die ich schon in The Surge lieben gelernt habe.

Was ich bisher von Elden Ring gesehen habe, verspricht genau das. Bisherige Eindrücke deuten auf ein Erlebnis hin, das optisch und spielerisch wirklich so wirkt wie eine Art düsteres und brutales Zelda. Mit anderen Worten: Ich habe mächtig Bock auf Elden Ring – und hoffentlich erfüllt From Software meine Erwartungen.

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